Sunday, October 2nd, 2022

Nicaragua sperrt spanischsprachiges CNN

CNN-Logo (Symbolbild)

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Foto: BRIAN SNYDER / REUTERS

Die autoritäre nicaraguanische Regierung hat nach Angaben von CNN den spanischsprachigen Kanal des US-Senders blockiert. »Bei CNN en Español glauben wir, dass die freie Presse in einer gesunden Demokratie eine wichtige Rolle spielt. Heute hat die Regierung von Nicaragua unser Signal gesperrt und verweigert den Nicaraguanern damit die Informationen unseres Kanals, denen sie seit über 25 Jahren vertrauen«, sagte der Moderator Fernando del Rincón am Donnerstag. CNN werde die Menschen in dem mittelamerikanischen Land über seine Internetseite und die sozialen Netzwerke weiter informieren.

Die Regierung von Präsident Daniel Ortega ging zuletzt immer härter gegen die Opposition, regierungskritische Medien, zivilgesellschaftliche Gruppen und die katholische Kirche vor. Die Behörden schlossen zahlreiche kirchliche und private Radio- und Fernsehsender und entzogen Hunderten Nichtregierungsorganisationen die Zulassung.

Bei Protesten gegen die Regierung kamen in den vergangenen Jahren mehr als 350 Menschen ums Leben. Zahlreiche Oppositionelle sind in Haft, die Presse wird massiv unter Druck gesetzt.

Land isoliert sich immer weiter

Im April hatte sich Nicaragua mit dem Austritt aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) weiter isoliert. Die OAS umfasst die Mehrheit der Länder Nord- und Südamerikas. Die Ziele der Organisation sind die Förderung der Sicherheit auf dem Kontinent, die Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten, die Bekämpfung von Korruption und illegalem Handel sowie die Förderung des Handels. Das Außenministerium von Nicaragua hatte erklärt: »Wir werden in keinem der Gremien dieses teuflischen Instruments des Bösen namens OAS vertreten sein.«

Das autoritäre Vorgehen der Regierung ist einer der entscheidenden Gründe für die Migrantenbewegungen aus Nicaragua in Richtung Norden. Viele, der Menschen, die am Ende an der Grenze zwischen den USA und Mexiko landen, hatten sich aus Nicaragua aufgemacht. Derzeit versuchen die US-Republikaner wieder einmal, mit dem Schicksal der Migranten aus Süd- und Mittelamerika Stimmung im Wahlkampf zu machen.


jok/dpa

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