Sunday, October 2nd, 2022

Rudern: Der Deutscher Achter verpasst erstmals seit 23 Jahren ein WM-Finale

Der deutsche Achter im August bei einem Training in Oberschleißheim

Der deutsche Achter im August bei einem Training in Oberschleißheim


Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Deutschland-Achter hat bei der Ruder-WM in Tschechien das Finale verpasst. Das durch einen Coronafall geschwächte DRV-Paradeboot musste sich auf der Regattastrecke von Racice am Freitag im Hoffnungslauf mit Rang drei hinter den Niederlanden und den USA begnügen.

Der Abstand zu den beiden führenden Teams betrug im Ziel zwei Bootslängen. Damit findet das Achter-Finale einer internationalen Top-Regatta erstmals seit den Olympischen Spielen 2008 von Peking ohne deutsche Beteiligung statt. Im B-Finale am Sonntag (12.44 Uhr) geht es nur noch um die WM-Endplatzierung.


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Der Achter erwischte im Halbfinale einen ordentlichen Start, nach 500 Meter verlor das deutsche Großboot aber zunehmend den Anschluss an die Konkurrenz. Im Ziel betrug der Rückstand auf die Niederlande über sieben Sekunden. Kurz vor dem Rennen hatte es dazu einen Coronafall im Team gegeben. Max John aus dem Vierer ohne Steuermann ersetzte den am Mittwoch positiv getesteten Julian Garth.

Folge des Neuaufbaus nach Olympia-Silber im Vorjahr

Zuletzt war der deutsche Achter 1999 bei den Titelkämpfen in Kanada im Hoffnungslauf ausgeschieden. Zudem wird das DRV-Paradeboot, das sich nach Olympia-Silber im Vorjahr im Neuaufbau befindet, erstmals seit 2003 keine WM-Medaille holen. Vor den Sommerspielen in Tokio hatte der Achter dreimal in Folge WM-Gold gewonnen.


Oliver Zeidler bei der WM in Racice

Oliver Zeidler bei der WM in Racice


Foto: IMAGO/Ondrej Hajek / IMAGO/CTK Photo

Anders als der Achter bescherte Oliver Zeidler der DRV-Flotte einen seltenen WM-Lichtblick. Mit einem souveränen Halbfinal-Sieg über Graeme Thomas (Großbritannien) und Jordan Parry (Neuseeland) untermauerte der Weltmeister von 2019 aus München seinen Anspruch auf eine Medaille. Er ist damit einer von nur drei Deutschen, die in den 14 olympischen Klassen an einem WM-Finale teilnehmen. Neben Zeidler qualifizierten sich Pia Greiten und Frauke Hundeling im Zweier durch Rang drei für den Endlauf.

Dagegen ist der Traum von einem Podestplatz für Alexandra Föster zu Ende. Die EM-Dritte aus Meschede verpasste trotz eines beherzten Schlussspurts als Vierte knapp den Endlauf.

Zeidler übte schon vor der Heim-EM Kritik am DRV

Ruderer Oliver Zeidler, der bei den European Championships in München Vierter wurde, hatte den DRV vor den damaligen Wettbewerben für seine Sportförderung massiv kritisiert: »Wir haben im Deutschen Ruderverband niemanden, der Ahnung hat vom Leistungssport. Es wird Zeit, dass da jetzt Verantwortung übernommen wird«, sagte Zeidler.

Schon bei der Heim-EM in München hatte der DRV nur einer Medaille errungen.


vgl/dpa/sid

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