Sunday, October 24th, 2021

„Schämt euch“ – scharfe Kritik an Uefa-Entscheidung

Die Uefa verbietet, das EM-Stadion in München am Mittwoch als Zeichen für Toleranz und Vielfalt in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die Reaktionen darauf sind deutlich.

Diese Entscheidung können die wenigsten verstehen. Während die Uefa tags zuvor noch das Tragen der regenbogenfarbenen Kapitänsbinde von DFB-Spielführer Manuel Neuer gestattete, verbot der europäische Fußballverband nun die Ausleuchtung der Münchener EM-Arena in eben jenen Farben. Die Stadt München hatte den Antrag gestellt, um so ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen. Im Spiel der DFB-Elf am Mittwoch gegen Ungarn sollte das Stadion in Regenbogenfarben illuminiert werden. Doch die Uefa lehnte ab. Ihre Begründung: „Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die Uefa diesen Antrag ablehnen.“ Vergangene Woche wurde in Ungarn ein Gesetz verabschiedet, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Sachen Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit einschränkt.

Die Reaktionen in den sozialen Medien auf den Uefa-Beschluss ließen nicht lange auf sich warten. Der Tenor ist eindeutig: Unverständnis, Bedauern – und scharfe Kritik. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wurde besonders deutlich: „Ich finde es beschämend, dass die UEFA uns hier in München verbietet, ein Zeichen für Weltoffenheit, für Toleranz, für Respekt und für Solidarität zu den vielen Menschen der LGBT-Community abzugeben.“ Er empfinde es zudem als sehr enttäuschend, dass der Deutsche Fußball-Bund „sich nicht in der Lage sah oder sich nicht in der Lage sehen wollte, hier dieses Ergebnis zu beeinflussen“. Den Gegenvorschlag, die Münchner Arena an einem anderen Tag entsprechend zu beleuchten, bezeichnete Reiter als „aus meiner Sicht lächerlich“.

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