Monday, December 5th, 2022

Twitter: Fake-Prominente nutzen neue Abo-Regel für Falschnachrichten

LeBron James

LeBron James


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Mark J. Terrill / AP


Nachdem Twitter sein Verifikationssystem umgestellt hat, haben einige Nutzer die neue Funktion missbraucht und falsche Konten unter den Namen von Prominenten angelegt. Die Accounts sahen auf den ersten Blick echt aus und hatten auch eines der offiziellen Verifikations-Häkchen. Diese können inzwischen zumindest von einigen Nutzerinnen und Nutzern für acht Dollar gekauft werden, aber ob das Profil wirklich zur genannten Person gehört, wird – anders als zuvor – nicht mehr von Twitter vorab geprüft.

Wer unter falschem Namen Konten anlegt, verstößt zwar gegen die Regeln von Twitter und muss mit einer Sperre rechnen. Doch in den aktuellen Fällen fiel der Missbrauch erst auf, als die falschen Promi-Accounts Falschmeldungen verbreitet hatten. So wurde über den angeblichen Account des Basketball-Stars LeBron James am Mittwoch verkündet, dass er die Los Angeles Lakers verlassen wolle.

Es war einfach, den Account für echt zu halten: Neben dem Namen des Sportlers stand das bekannte weiße Häkchen auf blauem Hintergrund, und auch der Account-Name war zum Verwechseln ähnlich: »@KINGJamez« statt des echten »@KingJames«. Laut Medienberichten wurden zeitweise auch ähnliche Falschmeldungen über andere bekannte Sportler wie etwa Eishockey-Spieler Connor McDavid verbreitet.  Die Konten wurden anschließend gesperrt.

Auch große Firmen betroffen

Der Twitter-Support teilte mit, man gehe solchen Fällen »aggressiv« nach. Dennoch wurden auch für andere Sportler, Prominente und Unternehmen Fake-Accounts angelegt. Es traf unter anderem die Spielefirmen Valve und Nintendo. So zeigte die Spielefigur Super Mario über einen Fake-Account laut Medienberichten zeitweise den Mittelfinger .

Auch ein angeblicher Account von Donald Trump kehrte zeitweise zu Twitter zurück. Der Ex-Präsident ist seit Januar 2021 von Twitter verbannt, seit er Sympathien für seine Anhänger geäußert hatte, die das Kapitol in Washington gestürmt hatten.

Twitter-Chef Elon Musk sagte, er gehe davon aus, dass die Authentifizierung durch Bezahldienste und App-Plattformen sowie das Risiko, bei Verstößen den Account und das bezahlte Geld zu verlieren, ausreichenden Schutz gegen Missbrauch böten. Ein Twitter-Nutzer berichtete , dass er weniger als eine halbe Stunde gebraucht habe, um einen verifizierten Fake-Account eines Prominenten anzulegen – angemeldet an der Adresse des Twitter-Hauptquartiers.

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Der Tech-Milliardär hatte nach der rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Twitter als einen der ersten Schritte die Neuordnung der Account-Verifizierung angekündigt. Er verkündete, dass bisherige Inhaber verifizierter Accounts, die keine acht Dollar im Monat bezahlen wollen, in einigen Monaten ihre Häkchen verlieren würden.


hpp/dpa

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